Gedenke des Sabbats

Veröffentlicht auf von Bettina

Das Einhalten des Sabbats ist keine Einschränkug, sonder ein Schutz und eine Quelle der Kraft. Der Herr erkl#rte Mose auf dem Berg Sinai noch einmal, wie wichtig dieser Tag ist, und gebot dem Volk Israel: Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!"

Immer wieder, von Generation zu Generation, tauchen diese Fragen auf: Warum können wir am Sonntag nicht das gleiche tun wie an den anderen Tagen? Was nützt es einem, wenn man den Sabbat heilig hält?

Das sind keine Fragen, die nur von Kindern gestellt werden, die zu klein sind, um zu begreifen, welchen Lohn es mit sich bringt, wenn wir die Gebote des himmlischen Vaters befolgen. Ein Student meinte: „Es fällt mir immer schon schwer, zu begreifen, wofür der Sonntag eigentlich da ist. Es ist anscheinend der einzige Tag in der Woche, an dem ich nichts mit meinen Freunden unternehmen kann. Ich war schon in Familien, wo die Kinder am Sonntag überhaupt nichts tun dürfen. Das schafft doch bloß eine feindselige Stimmung.”

Ein zurückgekehrter Missionar gab zu: „Ich mache mir Gedanken, weil ich seit meiner Rückkehr von Mission so wenig geistigen Fortschritt mache, und ich glaube, das liegt teilweise daran, daß ich den Sonntag nicht so begehe, wie ich sollte. Ich bin sicher, daß es noch mehr Mitglieder gibt, für die der Sonntag einfach bedeutet, daß sie drei Stunden in den Versammlungen sitzen, nicht einkaufen und nicht arbeiten und daß sie am Fastsonntag das Frühstück auslassen. Ich habe das Gefühl, daß viel Verwirrung darüber herrscht, wie man den Sonntag richtig lebt.”

Der Herr erklärte Mose auf dem Berg Sinai noch einmal, wie wichtig dieser Tag ist, und gebot dem Volk Israel: „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!”

 

DIE ANWEISUNGEN IN DEN HEILIGEN SCHRIFTEN

Nachdem Gott die Erde erschaffen hatte, segnete er seinen Ruhetag — den siebten Tag — und erklärte ihn für heilig (siehe Genesis 2:2,3). Als er Mose auf dem Berg Sinai noch einmal erklärte, wie wichtig dieser Tag sei, gebot er dem Volk Israel: „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!” (Exodus 20:8; Hervorhebung hinzugefügt.) Das Wort gedenke ist wichtig — wir sollen an diesen Tag denken. Die meisten von uns müssen täglich daran erinnert werden, den Herrn und sein Werk im Herzen zu behalten, zum Beispiel durch das Beten und das Schriftstudium, aber wir brauchen auch einen ganzen Tag von den sieben Tagen, an dem wir ihm unsere Aufmerksamkeit und unser Herz ganz zuwenden—an dem wir von weltlichen Dingen ausruhen, die bei vielen auf der Prioritätenliste ganz oben stehen.

Im Hebräischen bedeutet Sabbat „Ruhe” oder „mit der Arbeit aufhören”. Wir sollen aber nicht bloß aufhören, zu arbeiten, sondern den Tag für heilig erklären, ihn heilig machen. Das tun wir, indem wir uns bemühen, Gott näher zu kommen, indem wir ihn verehren und indem wir unseren Mitmenschen dienen.

 

EIN GESETZ FÜR ALLE ZEIT

In alter Zeit waren die Israeliten als Volk bekannt, das einen von sieben Tagen zur Ruhe und Gottesverehrung bestimmt hatte. Der Herr sagte: „Die Israeliten sollen also den Sabbat halten, indem sie ihn von Generation zu Generation als einen ewigen Bund haken. Für alle Zeiten wird er ein Zeichen zwischen mir und den Israeliten sein." Exodus 31:16.17.)  Die Strafe für die Mißachtung dieses Gesetzes zum Sabbat war der Tod (siehe Exodus 31:14,15; 35:2; Numeri 15:32-36).

Heuie steht auf die Entweihung des Sabbats nicht mehr die Todesstrafe. Aber genauso wie die Israeliten, die in alter Zeit das Gesetz übertraten, aus dem Lager Israel ausgeschlossen wurden, sagen die heutigen Kinder Gottes, die das Gebot bewußt mißachten, sich vom Geist ios und bringen eine Art geistigen Tod über sich.

Zur Zeit des Neuen Testaments waren die Juden dafür bekannt, daß sie das Sabbatgesetz strikt befolgten. Als Jesus getadelt wurde, weil ei den Sabbat: angeblich entweiht hatte, verurteilte er die pedantischen und übertriebenen Zusätze zu seinem Gesetz aus alter Zeit. „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat", sagte er (Matthäus 12:8). Außerdem sagte er: „Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat." (Markus 2:27.)

Durch sein Beispiel zeigte der Erretter, wie wir den Sabbat heilighalten können; es ist erlaubt, anderen am Sabbat zu helfen, so wie er es getan hat (siehe Matthäus 12:10-13), sich der Grundbedürfnisse anzunehmen und Kummer zu lindern (siehe Lukas 13:11-16) und sogar Lebewesen aus Gefahr zu befreien (siehe Lukas 14:5). Er zeigte auf, daß der Schlüssel zur rechten Sabbatheiligung wie beim Befolgen anderer Grundsätze des Evangeliums in unserem Herzen zu finden ist. Wenn wir den Herrn lieben, werden wir den Sabbat gar nicht in irgendeiner Weise entweihen wollen.

Aus Liebe zum Herrn begannen die Urchristen, den Sahbat am „Tag des Herrn" (Offenbarung 1:10) zu feiern, „am ersten Wochentag" (Apostelgeschichte 20:7), um an das größte Ereignis seit der Erschaffung der Welt - die Auferstehung ihres Schöpfers - zu erinnern. Die Heiligen der Letzten Tage sind schon häufig aufgefordert worden, dem Herrn ihre Liebe zu erweisen, indem sie den Sabbat heilighalten. 1993 hat die Erste Präsidentschaft beispielsweise den folgenden Rat gegeben:

„Wir haben das Gefühl, daß viele Heilige der Letzten Tage in der Beachtung des Sabbats etwas lau geworden sind. Wir sollten am Sabbat nicht einkaufen und uns auch nicht an anderen kommerziellen und sportlichen Aktivitäten beteiligen, mit denen der Sabbat heute so häufig entweiht wird.

Wir fordern alle Heiligen der Letzten Tage auf, diesen heiligen Tag aus allen weltlichen Aktivitäten herauszuheben und sich zu weihen, indem sie den Geist der Gottes Verehrung und Danksagung, des Dienens und der familienbezogenen Aktivitäten pflegen, wie sie für den Sabbat angemessen sind. Wenn die Mitglieder der Kirche bestrebt sind, das, was sie am Sabbat tun, auf die Absicht und den Geist des Herrn auszurichten, wird ihr Leben von Freude und Frieden erfüllt sein." (Ensign, Januar 1993, 80.)

 

RICHTLINIEN FÜR DEN SABBAT

Die Propheten in alter und neuer Zeit haben nicht in allen Einzelheiten gesagt, was wir am Sabbat tun müssen beziehungsweise nicht tun dürfen, aber sie haben uns Schriftstellen genannt, die als allgemeine Richtlinien fungieren. Einige davon wollen wir hier betrachten.

Der Prophet Jesaja hat eine der deutlichsten und am besten formulierten Richtlinien für die Heilighaltung des Sabbats gegeben: „Wenn du am Sabbat nicht aus dem Haus gehst und an meinem heiligen Tag keine Geschäfte machst, wenn du den Sabbat (den Tag der) Wonne nennst, einen Ehrentag den heiligen Tag des Herrn,
wenn du ihn ehrst, indem du keine Gänge machst, keine Geschäfte betreibst und keine Verhandlungen führst." (Jesaja 58:13.)

Nehemia, der Gouverneur der persischen Provinz Juda im fünften Jahrhundert v.Chr. war ein geistig gesinnter und demütiger Führer, der unerschrocken für die Israeliten eine Reform in Gang setzte. Unter seiner Führung gingen die Juden, die aus dem Exil in ihre Heimat zurückgekehrt waren, einen Bund ein, in dem sie Gott Gehorsam gelobten und sich unter anderem zu folgendem verpflichteten: „Wenn die Völker des Landes Waren, besonders Getreide jeder Art, am Sabbat zum Verkauf anbieten, werden wir ihnen am Sabbat oder an einem anderen heiligen Tag nichts abnehmen. (Nehemia 10:32.)

Als manche Händler dann doch weiterhin am Sabbat ihren Geschäften achgingen, bewies Nehemia ihnen, daß es ihm ernst damit war, den Tag des Herrn zu ehren:

„Da machte ich den Vornehmen von Juda Vorwürfe und sagte zu ihnen: Wie könnt ihr eine solche Untat begehen und den Sabbat entweihen?

Haben das nicht schon eure Väter getan? Dafür ließ unser Gott all dieses Unheil über uns und diese Stadt kommen. Wollt ihr neuen Zorn über Israel bringen, indem ihr den Sabbat entweiht?

Ich ließ von da an vor dem Anbruch des Sabbats, wenn es in den Toren Jerusalems dunkel wurde, die Tore schließen und befahl, sie erst nach dem Sabbat wieder zu öffnen. Auch stellte ich einige meiner Leute an die Tore, damit am Sabbattag keine Lasten hereingebracht wurden. (Nehemia 13:17-19.)

Ich habe vor kurzem von einer Geschichte aus der heutigen Zeit erfahren, die so ähnlich ist wie die Begebenheit aus der Zeit des Alten Testaments.

Ein Ehepaar,
Mitglieder der Kirche, kaufte ein Restaurant, das bisher nicht sehr erfolgreich gewesen war. Sie hatten aber einige Veränderungen vor, um den Betrieb neu zu beleben. Der Sonntag war einer der Tage gewesen, an dem das Restaurant immer voll gewesen war, und manche ihrer Bekannten — darunter ein guter Freund, der ihnen Geld geliehen hatte, damit sie das Restaurant kaufen konnten — rieten ihnen dringend, das Restaurant auch am Sonntag offen zu halten. Die beiden überlegten hin und her, ob sie das Restaurant am Sonntag schließen sollten; schließlich widersprach es den geschäftlichen Gepflogenheiten. Aber schließlich entschieden sie sich für den sonntäglichen Ruhetag; sie wollten nach ihrem Glauben leben und dem Herrn vertrauen. In den darauffolgenden Monaten gingen die Einnahmen sofort nach oben, und seitdem ist das Geschäft stetig besser geworden.

Die Erfahrung dieser beiden sowie die Erfahrungen anderer lehren uns, daß der Herr diejenigen, die seine Gebote befolgen, belohnt. So wie er den Israeliten zur Zeit des Mose verhieß, sie würden am Tag vor dem Sabbat zweimal soviel Manna auflesen (siehe Exodus 16:29) und im sechsten Jahr eine reiche Ernte einbringen, so daß für das siebte und achte Jahr gesorgt war (siehe Levitikus 25:3–7, 20—22), so kann er in einem Restaurant der heutigen Zeit dafür sorgen, daß das Geschäft am Freitag und Samstag so gut läuft, daß das, was man am Sonntag hätte einnehmen können, auch hereinkommt — oder sogar noch mehr.

Wir dürfen natürlich nicht annehmen, daß wir immer in finanzieller Hinsicht gesegnet werden, wenn wir den Sabbat ehren. Manchmal müssen wir finanzielle Schwierigkeiten durchmachen, auch wenn wir nach dem Evangelium leben. Aber wenn wir das Gesetz des Sabbats befolgen, segnet der Herr uns mit dem, was er für uns am besten erachtet.

 

SCHUTZ VOR DEM BÖSEN

In unserer Zeit hat der Herr uns erklärt, daß wir, wenn wir den Sabbat heilighalten, besser vor dem Bösen in der Welt, die ja in geistiger Hinsicht immer mehr verfällt, geschützt sind. In einer Offenbarung an Joseph Smith hat der Herr das vierte Gebot folgendermaßen umformuliert: „Und damit du dich selbst noch mehr von der Welt unbefleckt halten mögest, sollst du an meinem heiligen Tag ins Haus des Betens gehen und deine heiligen Handlungen darbringen.” (LuB 59:9; Hervorhebung hinzugefügt.)

Hier finden wir einen inspirierten Plan für Schutz vor Unmoral, Auflehnung, der Zerrüttung der Familie und vor anderen geistigen Gefahren, die uns bedrohen: jeden Sabbat können wir das Abendmahl nehmen, und dazu gehört, daß wir regelmäßig Umkehr üben und geloben, uns rein und „von der Welt unbefleckt” zu halten Der Herr fährt fort: „Denn wahrlich, das ist der Tag der bestimmt ist, daß ihr von eurer Arbeit ruht und daß du dem Allerhöchsten deine Ergebenheit erweisest.” (LuB 59:10.) Wenn wir den Sabbat dazu nutzen, den Herrn aufrichtig zu verehren, wenn wir uns und unsere Kraft dem Dienst an Gott und unseren Mitmenschen weihen, bewahren wir uns vor dem Bösen um uns herum.

„Denke daran: An diesem Tag, am Tag des Herrn, sollst du dem Allerhöchsten deine Gaben und deine heiligen Handlungen darbringen und deinen Brüdern sowie vor dem Herrn deine Sünden bekennen.” (LuB 59:12.) Die Gaben, die wir dem Herrn darbringen können, sind unsere Zeit, unsere Talente, unsere Habe — für Gott und unsere Mitmenschen genutzt. Aus diesem Schriftvers geht hervor, daß wir uns nicht nur schürzen, indem wir alles, was wir haben, dem Dienst des Herrn weihen, sondern auch indem wir ihm, denen, die wir beleidigt haben, und, wo dies angemessen ist, auch den dazu bestimmten Dienern des Herrn, unsere Sünden bekennen.

Der Herr definiert weiter, was an seinem heiligen Tag annehmbar ist: „Und an diesem Tag sollst du nichts anderes tun als mit Herzenslauterkeit deine Speise bereiten, ... damit deine Freude vollständig sei.” (LuB 59:13.) Hier haben wir ein konkretes Beispiel dafür, wie wir diesen Tag heilighalten können: wir sollen unsere Essenszubereitung einfach halten, damit wir Gott verehren können, statt uns um unsere physische Befriedigung zu kümmern.

Aber es gilt noch mehr zu bedenken. Elder Mark E. Petersen vom Kollegium der Zwölf hat einmal die Bedeutung des Gebots erklärt: „An diesem Tag sollst du nichts anderes tun.”

,Wenn wir am Sonntag nichts anderes tun sollen, als den Tag heiligen Zwecken zu weihen, wie steht es dann tun uns, wenn wir uns dafür entscheiden, am Sonntag unseren Geschäften nachzugehen, oder wenn wir am Sonntag einkaufen gehen oder wenn wir am Sonntag Vergnügungsstätten aufsuchen?

Wir wissen, daß es Menschen gibt, die in bestimmten wesentlichen Dienstleistungsbereichen arbeiten, zum Beispiel im Krankenhaus und in anderen Einrichtungen, die 24 Stunden am Tag in Betrieb sind, und die daran nichts ändern können. Von ihnen ist nicht die Rede. Aber die meisten Menschen haben keinen solchen Beruf und können sich ihre Zeit einteilen.

Würden sie am Sonntag lieber Ski fahren oder schwimmen oder ins Kino gehen oder ihren Geschäften nachgehen, statt in die Kirche zu gehen? Wenn die Antwort ja lautet, sollten sie sich fragen, ob sie wirklich schon so weit vom Glauben abgekommen sind und ein anderes Evangelium angenommen haben – ein Evangelium des Sonntagsvergnügens und der sonntäglichen Geschäfte. .. .

Die Art, wie wir den Sabbat verbringen, ist ein Zeichen für unsere innere Einstellung gegenüber Gott.

Die Art, wie wir den Sabbat begehen, ist ein Anzeichen dafür, wie tief unsere Bekehrung geht." (Ensign, Mai 1975, 49; Hervorhebung hinzugefügt.)

Elder Spencer W. Kimball vom Kollegium der Zwölf hat zur rechten Sabbatheiligung, die folgenden Vorschläge geäußert:

„Der Sabbat ist ein heiliger Tag, an dem man sich entsprechend heilig beschäftigen soll. Sich von Arbeit und Vergnügungen fernzuhalten ist wicht:g, aber nicht genug. Der Sabbat verlangt konstruktives Denken und Handeln, und wenn jemand an dem Tag nur faulenzt und nichts tut, so begeht er eine Übertretung. Wer den Sabbat hält, wird zum Beten niederknien, einen Unterricht vorbereiten, das Evangelium studieren, Kranke und Betrübte besuchen, schlafen, wertvolle Lektüre lesen und alle Versammlungen besuchen, zu denen er erwartet wird. Wenn man das, was recht ist, nicht tut, übertritt man durch Unterlassung.” (The Miracle of Forgiveness, 1969, 96f)

Elder L. Toni Perry vom Kollegium der Zwölf hat die Meinung geäußert, daß selbst die Art, wie wir uns kleiden, einen Einfluß auf unsere Einstellung und unsere Neigungen am Tag des Herrn hat: „Ich frage mich häufig, was aus der guten alten Sonntagskleidung geworden ist. Wenn man sich so kleidet wie alle Tage, paßt sich anscheinend auch das Verhalten der Kleidung an.

Natürlich erwarten wir von unseren Kindern nicht, daß sie den ganzen Tag ihre Kirchenkleidung tragen, aber wir erwarten auch nicht, daß sie etwas anziehen, was dem Sabbat nicht angemessen ist.” (Ensign, November 1984, 19.)

 

EINE QUELLE DER SEGNUNGEN

Denen, die den Sabbat einen Tag der Wonne nennen und ihn zum heiligen Tag erklären, sind große Segnungen verheißen: „Und wenn ihr dies mit Danksagung tut, mit fröhlichem Herzen und Angesicht ... so gehört euch die Fülle der Erde ... und alles Gute, was aus der Erde kommt.” (LuB 59:15–17.)

Manchmal treten die Segnungen nicht sofort ein; es kann uns sogar große Opfer abverlangen, wenn wir zu unserem Glauben stehen. Aber dafür, daß wir den Sabbat so verbringen, wie es dem Geist dieses Tages entspricht, sind uns Freude und Frieden verheißen und daß sich für uns alles zum Guten auswirkt (siehe LuB 98:3).

Vor mehreren Jahren schrieb mir eine Studentin, die am Jerusalem-Center der Brigham Young University studiert hatte, kurz nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Sie berichtete von einer großen Herausforderung in bezug auf die Sonntagsarbeit: „Mit das Schwerste war, daß ich meinem Chef sagen mußte, daß ich nicht mehr sonntags für ihn arbeiten konnte. Die letzten beiden Sommer hatte es mir nichts ausgemacht, sonntags zu arbeiten, aber aufgrund der Einsicht, die ich seitdem gewonnen habe, könnte ich das jetzt nicht mehr rechtfertigen.”

Ihre Bewunderung für ihren Chef machte es ihr schwer, es ihm zu sagen. „Ich glaube, ich wollte es ihm deshalb nicht sagen, weil er zu mir so gut gewesen ist. Ich konnte mich immer darauf verlassen, daß ich dort einen Job hatte.”

Sie brauchte drei Tage, darunter einen Fasttag, um den Mut aufzubringen. „Ich wollte bloß, daß er meine Einstellung verstand. Ich nahm eine geschnitzte Figur aus Ölbaumholz als Friedensangebot mit — für alle Fälle. Natürlich drehte das Gespräch sich um Jerusalem und uni alles, was ich in Israel gemacht hatte. Ich versuchte, ihn darauf vorzubereiten, warum ich sonntags nicht mehr arbeiten konnte.

Wir kamen schließlich auf meine Arbeit zu sprechen. Meine Nerven hielten nicht durch, und meine Stimme zitterte ein bißchen, aber schließlich konnte ich über meine Gefühle sprechen. Der Geist muß mit mir gewesen sein, denn er hatte Tränen in den Augen, und auch ihm fiel das Sprechen schwer. Er erklärte mir, er respektiere meine Entscheidung und sei froh, daß ich zu meinem Glauben stände.

Er erklärte mir auch, seine Glaubensvorstellungen seien etwas anders und er müsse gerecht sein und alle seine Angestellten gleich behandeln. Er sagte nicht eindeutig, daß ich nicht mehr für ihn arbeiten konnte, aber wir wußten es beide. Ich hatte ein Gefühl, als sei mir eine schwere Laste von den Schultern genommen worden. Ich habe jetzt keine Arbeit, aber das ist in Ordnung; irgend etwas wird sich schon finden."

 

DER SABBAT UNSERER ZUKUNFT - HEUTE

Zur Vorbereitung auf das Millennium können die Heiligen der Letzten Tage schon jetzt darauf hinarbeiten, daß sie ein Volk werden, das im Herzen rein ist und den Willen Gottes tut. Ein solches Volk beachtet den Sabbattag, das es ihn heilighält (siehe LuB 68:29). Wie wird der Sabbat im Zion des Millenniums aussehen?

Aus dem, was geschrieben steht, geht hervor, daß es am Tag des Herrn keine körperliche Arbeit gehen wird, keine Einkäufe, keine offenen Geschäfte und keine Sportveranstaltungen oder andere Vergnügungen. Wir erwarten auch, daß die Menschen in Zion sich am Abend vorher nicht überarbeiten oder so lange aufbleiben, daß sie am Sabbat völlig erschöpft sind.

Vielmehr werden diese Heiligen ihre Versammlungen in der Kirche besuchen, allein und mit ihrer Familie die heiligen Schriften studieren und darüber nachsinnen und andere aufbauende Literatur lesen. Wir würden wahrscheinlich sehen, daß sie an ihrer Lebensgeschichte und an ihrer Familiengeschichte schreiben, daß sie andere aufbauen, die Kranken besuchen, sich mit Genealogie und Missionsarbeit beschäftigen, singen und sich inspirierende Musik anhören und noch vieles mehr tun, so wie der Geist des Herrn es ihnen eingibt. Indem sie den Sabbat heilighalten und den Herrn des Sabbat ehren, werden sie gewiß mit dem Frieden und der Freude, die er verheißen hat, gesegnet.

Erscheint Ihnen das wie ein schönes Bild des Sabbat? Das Erstaunliche daran ist, daß wir es nicht erst im Millennium zu erleben brauchen. Wenn wir es wollen, kann es für uns schon am kommenden Sonntag Wirklichkeit werden - und wir werden die Segnungen für den Gehorsam sofort erhalten.



 D. Kelly  Ogden,  Mai  1998

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