Elder Gene R. Cook

Veröffentlicht auf von Bettina

Nach einem Interview, das Kellene Ricks mit Elder Gene R. Cook von den Siebzigern geführt hat (Kinderstern November 1991)
„Füllt heute eure Hände mit Gaben für den Herrn! ... Der Herr hat Segen auf euch gelegt.” (Exodus 32:29.)
Es ist wichtig, daß wir die Gebote befolgen und das tun, was der Herr von uns möchte. Als ich elf Jahre alt war, fing ich an, Zeitungen auszutragen. Die Arbeit war schwer, aber sie hat mir Spaß gemacht, und fünf Jahre später habe ich noch immer Zeitungen ausgetragen.
Eines Tages bot mein Chef mir an, das Austragen der Zeitungen zu überwachen. Dazu gehörte, daß ich die anderen Zeitungsboten beaufsichtigte und ihnen half, neue Abonnements zu verkaufen. Jetzt ging ich also tagsüber in die Schule, trug anschließend meine Zeitungen aus und saß dann noch ein paar Stunden im Büro, wo ich aufgebrachte Anrufer beschwichtigte. Zwischen den einzelnen Anrufen erledigte ich meine Hausaufgaben. Die neue Arbeit bedeutete auch eine Gehaltserhöhung - ich verdiente jetzt dreimal soviel wie als Zeitungsbote.

Ich war begeistert, denn ich sparte für meine Mission und hatte wirklich das Gefühl, der Herr segne mich dafür, daß ich die Gebote hielt. Außerdem zahlte ich getreu den Zehnten und hielt den Sabbat heilig.
Anderthalb Jahre später sprach mich mein Chef erneut an. In Zukunft sollte auch eine Sonntagsausgabe unserer Zeitung erscheinen, und er bot mir begeistert an, ich könne meine Zeitungen gleich früh am Morgen austragen und dann von 7 bis 14 Uhr im Büro Anrufe entgegennehmen. Außerdem sollte ich natürlich eine weitere Gehaltserhöhung bekommen.
Mein Chef sah, daß ich zögerte. Er wußte, daß ich der Kirche angehörte, und sagte deshalb:
„Wenn du dir überlegst, ob du diese neue Aufgabe annimmst: falls du sie nicht annimmst, dann verlierst du auch deine bisherige Arbeit. Es gibt viele andere Zeitungsboten, die alles tun würden, um deinen Job zu bekommen. Wenn du die neue Arbeit nicht annimmst, kündige ich dir.” Als ich nach Hause ging, war ich entmutigt und völlig durcheinander.
Ich wußte, daß ich die Gebote befolgt hatte, und ich konnte nicht verstehen, warum ich eine so schwerwiegende Entscheidung treffen mußte. Ich sprach mit meinem Vater und mit meinem Bischof, aber sie sagten beide, die Entscheidung liege bei mir. Vater sagte: „Ich weiß keine Lösung, aber ich weiß, wer die Lösung kennt. (Er meinte den Herrn] Frag ihn.”
Nachdem ich zwei Tage gebetet und um eine Entscheidung gerungen hatte, wußte ich, was ich zu tun hatte. Ich wußte, daß es Menschen gibt, die am Sonntag arbeiten müssen, aber ich gehörte nicht dazu. Als ich meinem Chef meine Entscheidung mitteilte, wurde er wütend, kündigte mir und sagte, ich könne am Samstag meinen letzten Gehaltsscheck abholen. Dann ging er. Ich fragte mich, ob ich wirklich die richtige Entscheidung getroffen hatte, weil es jetzt schwierig wurde, genug Geld für meine Mission zu sparen.
Als ich meinen letzten Scheck abholen wollte, wartete mein Chef schon auf mich. „Entschuldige bitte”, sagte er. „Ich war im Unrecht. Ich hätte nicht versuchen dürfen, etwas von dir zu verlangen, was deinem Glauben widerspricht, und ein Gebot des Herrn zu übertreten. Ich habe einen Jungen gefunden, der bereit ist, am Sonntag zu arbeiten. Du kannst deine Stelle behalten. Bist du damit einverstanden?” Dann sagte er noch: „Außerdem werde ich dir in Zukunft soviel zahlen, wie du bekommen hättest, wenn du sonntags arbeiten würdest.”
Natürlich habe ich die Stelle behalten. Ich weiß, daß der Herr uns segnet, wenn wir seine Gebote halten.

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